Jambo

Der erstgeborene Gorilla in Gefangenschaft der von seiner Mutter aufgezogen wurde

© KEYSTONE / Achilla mit Jambo

Jambo war der Liebling des Zoo Durrell auf Jersey. Er genoss weltweite Beachtung und hatte ein bemerkenswertes Leben.

Er wurde im Zoo Basel am 17. April 1961 geboren. Seine Eltern waren Stefi und Achilla. Jambo heisst „Hallo“ auf Swahili und war der erstgeborene Gorilla in Gefangenschaft der von seiner Mutter aufgezogen wurde.

Seine Jugendzeit war unbeschwert. Der Frühreife Jambo hatte mit seiner älteren Schwester, noch im Zoo Basel gezeugt und Goma hatte am 02. Mai 1971 einen Sohn namens Tam Tam auf die Welt gebracht.

Jambo wurde am 26. April 1972 in den Zoo Durrell auf die kleine, vor den Küsten von Frankreich gelegene britische Insel Jersey gebracht. Er wurde drei Tage später mit den beiden Damen N'Pongo und Nandi anlässlich der Eröffnung des neuen Gorilla-Hauses der Öffentlichkeit vorgestellt.

In den folgenden Wochen wurde der attraktive Gorillamann von den beiden Damen auf Schritt und Tritt verfolgt. Auf seiner Flucht stieg er das Stahl-Klettergerüste im Aussengehege empor und sprang auf die Gehege-Mauer. Sein kurzer Spaziergang führte über das Gebäudedach wieder zurück ins Gehege.

Zum Gedenken an eine eindrückliche Persönlichkeit

Während den langen Jahren im Zoo Jersey, war Jambo zumeist in bester Gesundheit. Er war nie so erkrankt, dass dabei sein unersättlicher Appetit beeinflusst wurde. Am Donnerstag, 10. September 1992 versäumte Jambo das erste Mal die Fütterung. Stattdessen sass er mit den Händen ruhend auf seinen Knien und dem Rücken gegen die Aussenmauer gelehnt. Er machte keine Anstalten sich zu bewegen. Auch den darauffolgenden Mahlzeiten blieb er fern. Der Veterinär wurde beigezogen und mit Misstrauen und Aggressionen empfangen. In den darauffolgenden Tagen spürte seine Familie, dass er geschwächt war und der Respekt ging verloren. Bei der Untersuchung wurden Spuren von Blut in seinem Urin gefunden. Er wurde gegen eine allfällige Infektion behandelt. Ab dem 14. September 1992 schien, dass Jambo sich erholen würde. Er war ein wenig aktiver und nahm wieder vermehrt Nahrung und Flüssigkeit zu sich.

Am 16. September 1992 und unerwartet wurde Jambo, von seinem langjährigen Tierpfleger leblos im Innenraum des Geheges aufgefunden. Überraschend erlag er an einer Ruptur der Hauptschlagader, was zur inneren Blutung in der Brust führte.

Er zeugte, in seinem erfüllten Leben, mit seinen Auserwählten 20 Nachkommen. Bis auf 4 Fehlgeburten leben und lebten allesamt verstreut in anderen Zoos auf der Welt. Darunter sein Sohn N’Gola das heutige Oberhaupt der Gorilla-Familie im Zoo Zürich.

In Andenken an Jambo wurde innerhalb des Zoogeländes eine Bronzestatue errichtet. Eine Hommage an den Gorilla, der massgeblich für eine veränderte öffentliche Wahrnehmung über das damals noch vorherrschende schlechte Image der Gorillas beigetragen hatte.

Jambo wurde zur Berühmtheit und bekam den Beinamen „The gentle Giant“

© Durrell Wildlife Conservation Trust

In der Öffentlichkeit bekannt wurde Jambo als am Nachmittag vom 31. August 1986 ein kleiner Junge über die Mauer ins Gehege stürzte. Er reagierte alles anders wie man es von einem Silberrücken erwartet hätte. Jambo entdeckte den Jungen, vertrieb seine neugierigen Gruppenmitglieder und stellte sich beschützend vor den Knaben. Er blieb eine Zeitlang so harrend und berührte mit den Fingerspitzen hin und wieder prüfend den bewusstlosen Buben.

Als der Junge sein Bewusstsein wiedererlangte und zu weinen begann, zog sich Jambo mit seiner Familie zurück. Einzig der ungestüme Schwarzrücken Hobbit sorgte nochmals ein wenig für Wirbel. Die Tierpfleger konnten Hobbit auf Distanz halten und  der Knabe konnte unter Schock und leicht verletzt aus der Anlage geborgen werden.

Jambo widerlegte mit seinem Verhalten in eindrücklicher Art, dass die Gorillas weder furchterregend noch wild sind. Jambo wurde zur Berühmtheit und bekam den Beinamen „The gentle Giant“.

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