N'Gola

Chef der Gorillafamilie im Zoo Zürich

© Juri Ritter

Der Chef der Gorillafamilie des Zoo Zürich ist der Sohn von Jambo und der wildgeborenen N’Pongo. Er ist im Zoo Durrell am 21. Juni 1977 geboren. N’Gola ist ein direkter Nachkomme und Enkel von Stefi und Achilla des Zoo Basel.

In den darauffolgenden Jahren wuchs er mit seinen Brüdern Kumba und Tatu wohlbehütet auf. Der Tag an dem N’Gola, wie es auch in der Natur vorbestimmt ist, die familiäre Umgebung und somit den Zoo Durrell langsam aber sicher verlassen musste, rückte näher.

In dieser Zeit beabsichtigte der Zoo Zürich eine Zuchtgruppe aufzubauen. Mit den vier vorhandenen verwandten Gorillas Mamitu, Nache, Golo und Hobbit, mangelte es an der genetischen Vielfalt. Eines Tages ermöglichte der glückliche Umstand, das der junge N'Gola aus dem Zoo Durrell zur Vefügung stand. Er wurde am 15. April 1984, im späteren Austausch mit Hobbit, an seinen neuen Bestimmungsort gebracht.

N‘Gola hatte es schwer sich in die geschlossene Geschwister- Gemeinschaft durch zu setzen. Er war die ersten fünf Jahre, für das menschliche empfinden, sehr grob den Damen gegenüber und holte sich den Respekt und Gehorsam mit Bissen und rüden Attacken. Insbesondere Mamitu wehrte sich vehement gegen die Unterwerfung. Der drei Jahre jüngere Golo hingegen war der sanftmutige der beiden und behandelte Mamitu und Nache eben wie Geschwister. Eines Tages musste der Entscheid gefällt werden ob N’Gola oder Golo das künftige Oberhaupt der Gorilla-Gruppe wird. Die gewünschten drei Auserwählten waren mit Mamitu, Nache und Inge etabliert. Aufgrund der genetischen Vielfalt wurde beschlossen N’Gola zu behalten. Golo verliess den Zoo Zürich am 02. Mai 1989 Richtung Budapest und fand dort seine neue Heimat.

Freud und Leid nahe beisammen

© Juri Ritter

Die erste Geburt in der Geschichte des Zoo Zürich gelang mit Mamitu am 05. Mai 1986 mit dem Gorillamann Moja. Seither hat N’Gola über 30 Nachkommen gezeugt, Davon haben, aus den verschiedensten Gründen, rund ein Drittel das erste Jahr nicht überstanden. Die bestehenden „Zürcher“ Gorillas Leben heute in der halben Welt verstreut.

Er hatte Gorillafrauen gewonnen aber auch unter schicksalhaften Umständen verloren. So starb zuletzt am 25. Mai 2012 seine langjährige und zum Zeitpunkt hochträchtige Weggefährtin Nache an einem Blinddarmdurchbruch. Während die Familie Nache‘s Tod scheinbar unberührt zur Kenntnis nahm, hatte N’Gola wochenlang leise wimmernd jeden Winkel des Geheges nach ihr abgesucht. Dasselbe Verhalten zeigt er auch, wenn eines seiner Kinder weggeben oder eines seiner Familienmitglieder kurzzeitig separiert wird. Ein fürsorglicher Mann und Vater.

Kinderliebend und bestimmt

© Juri Ritter

Um die Bindung zu seinem Nachwuchs zu pflegen und deren aber auch seine Position in der Familie zu sichern, nimmt er sich die Zeit, ausgelassen mit ihnen zu spielen. Dabei verliert er nie den Überblick und die Kontrolle über seine Familie. Er fällt die Entscheidungen und bestimmt über den Inhalt des Tagesablaufes. Er sorgt für Ruhe und Ordnung und greift ein, wenn Unstimmigkeiten entstehen.

Erfolgreicher Erzeuger und Lehrer

® Juri Ritter

Die Gorilla-Familie des Zoo Zürich ist im Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) eingebunden. Da N’Gola seine Gene in den vergangenen Jahren vielfach erfolgreich weitergegeben hat, sind seine Nachkommen im EEP zurzeit übervertreten. Er kann momentan keinen Beitrag zur Blutauffrischung der Zoo-Populationen beisteuern. Seinem Harem wird weiterhin die Pille verabreicht und der Zeugungsrhythmus auf 5 Jahre erhöht.

Durch seine ausgeglichene und feinfühlige Art, werden ihm ab und zu von Hand aufgezogene junge Gorillafrauen aus anderen Zoos anvertraut. Er bringt, durch seine soziale Kompetenz, den Jungtieren mit Erfolg bei wie ein Gorilla sich zu Benehmen und Verhalten hat. Das beste Beispiel für den Erfolg zeigt die Integration von N'Yokumi.

Zukunft

© Juri Ritter

Eine Sanierung, Erweiterung oder gar ein Neubau der Primatenanlage ist im zooeigenen Masterplan 2030 als langfristiger Ausbauschritt vorgesehen. Bis es aber soweit ist und dazwischen nichts unerwartetes Geschehen wird, dürften für N'Gola und seine Familie noch einige glückliche und zufriedene Jahre in der heutigen Anlage bevorstehen.

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