Mamitu

Der Aufbau einer Zuchtgruppe

© KEYSTONE / Mamitu und Hobbit

Mamitu wurde am 21. Dezember 1977 in der Wilhelma Stuttgart, von Mimi und Banjo geboren. Da Mamitu's Mutter nicht wusste, was sie mit ihrem Baby anfangen sollte, musste sie im Gorilla-Kindergarten abgegeben und von Hand grossgezogen werden.

Im Bestreben eine Zuchtgruppe aufzubauen wurde sie 25. Oktober 1979 zusammen mit ihrem Halbbruder Hobbit in den Zoo Zürich gebracht. Am 07. April 1981 folgten die Halbschwester Nache und ihr Bruder Golo auf den Zürichberg. Die Stuttgarter-Handaufzucht-Fraktion wurde daraufhin ergänzt mit dem Gorillamann N’Gola aus Jersey und der Gorillafrau Inge aus Frankfurt.

Gespannte Verhältnisse und aggressive Verhalten gehörten zu dieser Zeit zur Tagesordnung. Die Gruppe fehlte eine Hierarchie sowie klare Strukturen. Insbesondere Mamitu wehrte sich vehement gegen die Unterwerfung.

Das Unternehmen des Zoo Zürich eine intakte Gruppe mit einem Gorillamann und drei Gorillafrauen aufzubauen wurde am 02. Mai 1989 mit dem Wegzug von Golo beendet. Hobbit wurde bereits am 19. August 1984, im Austausch mit N’Gola, abgegeben.

In den schweren Anfangszeit kam das erste Baby auf die Welt

© Nika Derungs / Mamitu, Moja und Neema 09.07.1987
© Nika Derungs / Mamitu, Moja und Neema 10.07.1987

Mamitu schrieb mit der ersten Geburt eines Gorillas im Zoo Zürich Geschichte. Am 05. Mai 1986 kam ihr Sohn Moja auf die Welt. Ein Jahr später erwies sich Mamitu als aufmerksame Mutter mit einer starken Neigung für Jungtiere. Sie adoptierte kurzerhand, von der jungen Mutter Inge, die neugeborene Tochter Neema. Die Umstände konnten nicht geklärt werden, doch Sie versorgte ihren Sohn Moja sowie Neema gleichzeitig und erfolgreich.

Mit der Adoption von Neema lösten sich erneut Unruhen in der Gruppe aus. Der aggressiv in Erscheinung tretende N'Gola musste kurzweilig separiert werden. Die Halbwüchsigen Golo und Nache quälten daraufhin den hilflosen Moja. Am 17. September 1987, rund zwei Monaten nach der Adoption von Neema, starb leider Moja an Kreislaufversagens.

In der Folgezeit behandelte N'Gola die kleine Neema sehr grob. Sie wurde zunächst separiert und zu ihrem Schutz am 28. Juli 1988 in den Gorillakindergarten der Wilhelma nach Stuttgart abgegeben. Dort wurde sie von Hand aufgezogen und am 05. August 1991 an den Tierpark Hellabrunn in München übergeben.

Im Jahre 1995 erfolgte mit Viringika, wiederum ein Kind von Inge, eine weitere Adoption. Mamitu bemutterte Viringika gemeinsam mit ihrem gleichaltrigen Sohn Vimoto. Diesesmal blieben Spannungen aus und das Unternehmen verlief zufriedenstellend.

Ranghöchste Gorillafrau und Liebling von N'Gola

Mamitu ist die Ranghöchste Gorillafrau und Liebling von N'Gola. Sie hat inzwischen neun Kinder geboren. Die ersten beiden Geburten starben einen frühen Tod. Die anderen sieben Kinder wurden von ihr grossgezogen. Das bisher letzte Kind ist Mawimbi. Sie ist am 12. Juli 2012 geboren. Mamitu ist eine der wenigen Handaufzuchten die ihre Kinder allesamt selber versorgt und grossgezogen hat.

Nach Nache’s Tod am 25. Juni 2012 ist sie noch die einzig Verbliebene der damaligen Stuttgarter-Fraktion. Mamitu hat einiges erlebt. Von Geburten über den Tod oder von Neuzuzügen bis zur Abgabe ihrer eigenen Kinder an andere Zoos. Sie strahlt die Ruhe und Abgeklärtheit eines Alpha-Tieres aus.

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