Binga

Bange Momente um Binga

© Juri Ritter
© Juri Ritter

Binga kam am 11. Dezember 2001 auf die Welt. Als Binga zwei Jahre alt war, wurde er immer wieder durch die ältere Halbschwester Yangu von seiner Mutter Mamitu getrennt und sehr grob behandelt. Binga litt unter Dauerstress und nahm kaum noch Nahrung zu sich. Er wurde immer schwächer und man entdeckte zudem oberflächliche Blessuren. Um schlimmeres zu verhindern musste Binga untersucht werden. Um an den kleinen Binga heran zukommen, musste seine Mutter Mamitu in den Innenraum des Geheges gelockt und danach betäubt werden. Mit Ultraschall wurde festgestellt, dass Binga eine leichte Schädelfraktur am Hinterkopf hatte und sehr mager war. Seine weiteren lebenswichtigen Organe waren in Ordnung. Zur weiteren Beobachtung seines Gesundheitszustandes wurde Binga in Quarantäne gestellt und eine Wurmkur verabreicht. Um die einsame Zeit, getrennt von seiner Mutter möglichst angenehm zu gestalten, leistet sein damaliger Tierpfleger dem kleinen Mann Gesellschaft.

Nach drei Wochen der Isolation und abgeschlossenen Wurmkur war Binga wieder gestärkt und bereit in die Arme seiner Mutter Mamitu und in die Gorilla-Gruppe zurück zu kehren. Auf die Rufe von Binga im Innenraum reagierte Mamitu zunächst zögerlich. In Begleitung der anderen Familienmitglieder brachte Mamitu den kleinen Binga, klammernd an ihrem Unterarm, zurück in die Anlage. Binga löste sich von Mamitu und steuerte auf den stoisch ruhig sitzenden Vater N’Gola zu, berührte ihn und meldete sich so zurück in die Familie.

Die Aufregung schien überstanden zu sein, doch schon nach kurzer Zeit wurde Binga, insbesondere von Yangu, wieder gequält. Nach einiger Zeit entspannte sich jedoch die Lage und Binga wurde in der Gruppe akzeptiert.

Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP) suchte nach einer Lösung

© Zoo Zürich, Edi Day

Binga hatte eines Tages das Alter erreicht, wo er die Kinderstube verlassen musste. Im Normalfall wird ein Schwarzrücken in eine neue Familie integriert, mit der Absicht, dass er eines Tages den Harem übernehmen würde. Da die Zoo’s mit männlichen Gorillas gut bedient sind, erhalten nicht alle sogleich die Möglichkeit, eine eigene Familie aufzubauen. Wie in der Wildnis beobachtet wurde, bilden sich männliche Halbstarke zunächst zu Junggesellen-Gruppen. Dieser Fall trat bei Binga ein, so dass das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP) nach einer Lösung suchen musste.

Für den Aufbau einer Junggesellen-Gruppe ging es nach Pretoria

Damit die soziale Unterbringung der überzähligen männlichen Gorillas gewährleistet ist, übernehmen im Zuchtprogramm einige Zoos die wichtige Aufgabe, indem sie Junggesellen-Gruppen halten.

An der Jahresversammlung 2009 der EAZA, des Europäischen Zooverbandes wurde entschieden, 4 männliche Gorillas für den Aufbau einer Junggesellen-Gruppe nach Pretoria umzusiedeln.

Zwei davon waren Binga und sein Halbbruder Bonsenga. Sie wurden am 19. Januar 2010 in den Zoo Pretoria gebracht und dort mit den etwas jüngeren Asali und Louie aus Tel Aviv zusammengeführt.

Nach der Eingewöhnungsphase ist festzustellen, das Binga der Impulsive in der Gruppe ist. Er regt sich schnell auf und ist eher ein nervöser Zeitgenosse. Es braucht noch etwas Zeit und Geduld, bis sich das Gefüge finden wird. Das Experiment mit der Junggesellen-Gruppe scheint aber zu funktionieren.

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